decke

wenn ich mich verkrieche

schließe ich dein blut in

meinen schoß, sei nicht böse,

dass ich es dir stehle, manchmal

liegt es an meinen lippen,

hat sich dort abgelagert,

ein schwertschlucker bin ich,

zweischneidig schlucke ich,

und hoffe zu sterben

oder ich werde bewohner

verwandelt in dich

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früher glaube

unter drahtigen spinnweben

hinter korrodierten fensterkreuzen,

unter eisernen dornenkronen;

reihte sich die weltinnerlichkeit

auf im glasschliff, ihr geheimnis

war verführung und entzog sich;

die suche verschmerzt die zeit

des vergreisens, und die angst davor

es wiederzufinden

freiwillig

die woche kostet was, die stadt entfaltet sich, bis in die wüste

der äußeren ufer, wo sich ballons und schwefel ballen, im windspiel;

gern schaute ich den besuchern auf die augen, wenn sie himmelblau

dionysos und muttergottes vermählen im flüchtigen blick und raschen

schritten, kilometer unterirdisch, ein schmales zimmer und nichts zu

schreiben

verfluss

schlacke,

das roheisen wird verworfen;

die schlacke bleibt

hinter den öfen;

die stufen sind glatt vom moos;

ruhte ich unter asphalt,

vergäße ich mich

bald

beschämung

verliere nicht dein gesicht

im spiegel, sonst

bist du nichts,

das ansehen und ansehn

der person entscheidet sich

nach der barmherzigkeit,

wer das geschenk ausschlägt

wird beschämt;

unbarmherzige

mit unbarmherzigkeit

behandelt

sitzwache

aus einem buch,

der alte gesang:

unsre zeit,

der kurze traum,

flieht dahin

gedankenflucht

im kirchenschiff

schriller psalmenklang

ist doch der mensch

gleich wie nichts;

seine zeit fährt hin

wie ein schatten

denn:

passanten mustern

farben & malgründe

und übersehen sich,

strotzen vor missmut

und ekel; die anmut

der halbwelt, zugleich

verloren, für 1 moment

nach dieser 1/2 stunde

verliere ich mich und

schaue, schönheit der

alten gebrochenen verse

typoscript

sie ist laut

ihr anschlag ist vorgegeben

nur eine leicht berührung nötig

und manche tasten

bleiben ein rätsel,

ich ignoriere sie;

mühsam, wort für wort,

mitunter auch letternweise,

suche ich jeden fehler zu meiden,

wie sich mein inneres dagegen sträubt

dennoch: im ergebnis, ist es nah,

lesbar, luftig; die eigene hand

erscheint auf dem typoscript

fast tänzerisch leicht, charmant;

es lädt zur korrektur ein, die sich

elegant und ohne scheu einstellt;

heißt mich einen narren,

doch das typoscript

erhebt mein herz

von der

modernität der lyrik,

sie altert und doch nicht

ihre bilder und formen

scheitern am zeitgeist

und treiben auf die insel zu

sind erschöpft in der brandung

oder treten auf den strand

zünden ein feuer an

oder errichten ein zelt aus reisig

befremdlicher welt gleich

oder vertraut in den symbolen

und archetypen, wahrlich, wahrlich

tweet, 16. Juni 2017*

die rieke, 

das wasser zwischen gräsern,

der alte fluss

unter genieteten nägeln,

verwirbelt das rauschen der gleise,

verschwimmt die erinnerung

in kiefernheißen lichtfetzen

und den aromatischen wunden,

so lagern die tage als ring

der narben, der sehnsucht